Jetzt werden wir kreativ: Der PR-Manager auf den Kopf gestellt

Zahlreiche Kreativitätstechniken wollen uns helfen, wenn der Gedankenstrom nicht so recht in Fluss kommen will. Wir haben heute im Seminar eine ausprobiert, die besonders lustig ist: Die so genannte Kopfstand-Technik.

Ziel der Übung ist es nicht, sich selbst auf den Kopf zu stellen – obwohl auch das sicher mal einen Versuch wert wäre. Nein, es geht darum, das Objekt der Planung einfach mal auf den Kopf zu stellen. Also beispielsweise für ein Vorstellungsgespräch zu überlegen, wie ein total schlechter Mitarbeiter aussähe, den ein Unternehmen garantiert nicht einstellen würde. Wichtig: Im Anschluss muss man den schlechten Mitarbeiter gewissermaßen vom Kopf wieder auf die Füße stellen, um zu wissen, wer man sein will.

Ich habe mir also den schlechtesten PR-Manager aller Zeiten ausgemalt :-). Ein schlechter PR-Manager
– redet mit niemandem,
– kennt die Ziele seiner Organisation/seines Unternehmens und die Kultur nicht,
– weiß nicht, welche Botschaften er transportieren soll,
– hat kein Konzept und folglich keine Strategie,
– weiß nicht, wie Redaktionen arbeiten, was Journalisten brauchen und wollen,
– kennt die Zielgruppe seines Unternehmens/seiner Organisation nicht und weiß nicht, wo er sie antrifft,
– hat keine Ahnung vom Internet und Social Media Anwendungen,
– versteht den Unterschied zwischen klassischer PR und der direkten Zielgruppenansprache nicht,
– kann nicht schreiben und kann eine Presseinfo nicht von einer Reportage unterscheiden.

Mit so einem Kollegen würde wohl jeder gern zusammenarbeiten, wie? Ganz klar, dass ein PR Manager anders arbeiten sollte. Wenn man irgendwo neu anfängt, sollte man also
– zunächst einmal schauen, wie die neue Organisation/das neue Unternehmen so „tickt“, welche Zielgruppen es hat und wie es sich aufstellen will (Stichwort Botschaften) – dazu reichen das Vorstellungsgespräch und die Vertragsverhandlungen normalerweise nicht aus,
– prüfen, ob und welche Kommunikationskonzepte bereits vorliegen und klären, ob sie auf dem aktuellen Stand sind,
– sich innerhalb des Unternehmens/der Organisation mit allen wichtigen Ansprechpartnern bekannt machen und einen guten persönlichen Draht aufbauen.

Das sind die Basics, die einen neuen PR-Mitarbeiter sicherlich in den ersten Tagen intensiv beschäftigen werden. Erst dann beginnt die eigentliche PR-Arbeit:
– Das Entwickeln oder Fortschreiben einer Kommunikationsstrategie, Formulierung von Kommunikationszielen und Kernbotschaften, Ableitung einer Strategie und einzelner Maßnahmen.
– Die Kontaktpflege zu Redaktionen, ggf. Verteileraufbau.
– Planung und Umsetzung von Internet-/Social Media Maßnahmen.
– Monitoring/Erfolgsmessung.
– Eventmanagement.
– Text und Redaktion.

Aus meiner Erfahrung weiß ich, dass gerade die konzeptionelle und strategische Arbeit im Alltagstrubel zwischen Presseinfos, Webpflege und Events untergeht. Das konzeptionelle Denken aber ist wichtig, denn wer nicht weiß, wo er hin will, wird auch nirgendwo ankommen. Daher habe ich mir immer feste Termine in den Kalender eingebaut, um Planung und Realität miteinander abzugleichen und bei Bedarf steuernd einzugreifen. Wichtig ist mir dabei immer die Rückkopplung mit den Entscheidungsträgern im Unternehmen. Schließlich kann ich als PR-Managerin Empfehlungen geben, aber am Ende müssen die Entscheidungsträger natürlich hinter den Zielen, Botschaften und Maßnahmen stehen.

Am Ende sollte ein PR Manager das tun, wofür er bezahlt wird: Kommunikation in alle Richtungen mit allen verfügbaren Mitteln. So fungiert er nach innen als Berater der Geschäftsführung und als Partner für die Kollegen, nach außen als Sprachrohr und bildet damit idealerweise das Scharnier zwischen drinnen und draußen.

Warum Social Media Marketing für mich wichtig ist

3 PunkteHier mal wieder eine Aufgabe, gelöst als Blogbeitrag. Dieses Mal habe ich tatsächlich erst einmal eine Mindmap gemalt, die ich Euch nicht vorenthalten möchte.

Der Weg ins Netz ist heute für uns alle so selbstverständlich. Wer sich für was auch immer interessiert, schaut erst einmal im Internet. Da es inzwischen so einfach und intuitiv zu handhaben ist, kann das tatsächlich jeder. Für mich als PR-Managerin und Journalistin ist es daher logisch, dass ich meine Inhalte dort anbiete, wo die Leute danach suchen – also im Internet.

Social Media ist in meinen Augen die beste Lösung,
a) um überhaupt gefunden zu werden,
und b) um auf einfachem Weg direkt ins Gespräch zu kommen, wenn mein Gegenüber Fragen hat.

Social Media Dialog im Internet

Social Media ist Dialog im Internet. (c) pixelio/Huber

Wer als Privatmensch Social Media macht, braucht nicht erst nach Telefonnummern zu suchen oder E-Mails zu schreiben. Er kann direkt Kontakt aufnehmen. Das ist eine tolle Chance. In dieser Hinsicht glaube ich auch an die Macht der Cluetrain-PR, die das Gespräch in den Vordergrund stellt. Das Buch war damals eine Offenbarung für mich. Wichtig ist, dass Unternehmen ihr Angebot so gestalten, dass es interessant und nützlich ist und außerdem leicht und unterhaltsam daherkommt. Ich sehe es als meine Aufgabe an, die Dinge so aufzubereiten, dass es für den User spannend ist und Spaß macht.

Als Arbeitssuchende habe ich festgestellt, dass in Unternehmen und Agenturen noch recht wenig Wissen über Social Media und seine Möglichkeiten besteht. Man hat halt im beruflichen Alltag keine Zeit, sich intensiver damit zu befassen. Daher gehe ich davon aus, dass mein frisch erworbenes Wissen für mich ein USP ist – jedenfalls ist das auch die Resonanz, die ich aus vergangenen Gesprächen mitgenommen habe. Ich vertraue darauf, dass ich auf meiner künftigen Stelle Social Media Tools nutzbringend einsetzen kann.

Und noch eine kleine Infografik zum Schluss …

Social Media is

Social Media is

Intellektueller Hunger – warum Weiterbildung satt macht

(c) pixelio.de/Jörg Lehrmann

(c) pixelio.de/Jörg Lehrmann

Mein Beitrag zur Blogparade „Meine persönliche Art der Weiterbildung“

Es begann etwa vor einem Jahr. Ich verspürte Appetit – geistigen Appetit. Irgendwann wurde ein ernst zu nehmender Hunger daraus. In meinem Kopf sog und murrte es und ich geisterte durch die Welt wie ein hungriger Löwe. Ich versuchte es mit spannenden Büchern, beispielsweise David Graebers „Schulden – die ersten 5000 Jahre“ oder Amartya Sens „Die Idee der Gerechtigkeit“. Beide Titel inspirierten mich sehr, aber wenn man sich ernsthaft persönlich weiterentwickeln will, sind Bücher so wie ein Stück Obst anstelle eines richtigen Mittagessens oder – um beim Löwen zu bleiben – wie ein Kaninchen, wenn man eigentlich gern eine Antilope hätte. Doch wie war ich an diesen Punkt gekommen? Ich nahm mir Zeit für einige Gedanken.

Meine Arbeit als PR-Managerin machte mir Spaß, das schon. Ich war auch erfolgreich, jedenfalls gemessen an Presseveröffentlichungen, Webzugriffen und Wachstum der Followerzahlen. Aber nach drei Jahren im Unternehmen hatte ich das Gefühl, schon zu jedem möglichen Thema eine Geschichte geschrieben zu haben. Konzeptionell gab es auch nichts weiterzuentwickeln, denn mein Chef war ein absolutes Gewohnheitstier, neue Ideen bügelte er grundsätzlich ab mit Argumenten wie „Was früher gut war, kann heute doch nicht falsch sein“ oder „Wieso, das habe ich doch schon immer so gemacht“. Für einen kreativen Menschen wirkt das auf Dauer erstickend. Ich spürte, wie ich mich innerlich aus dem Unternehmen verabschiedete.

Mein Chef spürte das wohl auch. Jedenfalls setzte er mich am Jahresende zum nächsten Ersten vor die Tür. Bedauerte ich das? Einerseits ja, denn ich mochte unsere Kunden und meine Kollegen. Andererseits fühlte ich mich wie ein Korken, der endlich aus der Champagnerflasche darf. Freiheit! Neues entdecken! Lernen! All das, was ich in 2013 so schmerzlich vermisst hatte, wurde nun möglich. Ich nutzte meine Chance.

Mit Unterstützung meiner sehr netten Beraterin im Arbeitsamt machte ich mich auf die Suche nach einer Fortbildung. Was ich wollte, wusste ich genau: Social Media Marketing! Seit Jahren befasse ich mich mit Anwendungen im Web, schreibe Keyword-optimierte Presseinfos, streue die durch diverse Kanäle, twittere darüber und poste Bildchen auf Facebook. Das alles habe ich mir mehr oder minder autodidaktisch beigebracht, getrieben von eigener Neugier und dem Gefühl, dass das wichtig und richtig war für die Unternehmen, die ich vertreten habe. Mir war aber klar, dass das „Learning by doing“ in diesem Fall nicht ausreicht. Es gibt im Netz viel mehr als das, was auf ausgetretenen Pfaden alle finden. Ich brauchte jemanden, der mir zeigt, welche verborgenen Blüten im Dschungel Internet gedeihen und wie ich den Weg dorthin finde.

So sitze ich nun glücklich in der Fortbildung „Social Media Marketing“ des Comcave College und habe den Experten für verborgene Pflänzchen gefunden. Ralf Wenda heißt er und bändigt eine fast 40-köpfige wissenshungrige Meute. Der Lehrgang dauert einen Monat, ist quasi zur Hälfte rum und unglaublich komprimiert. Wir entdecken jeden Tag Neues, lernen wahnsinnig viel und bekommen unzählige Anregungen. Es macht irrsinnig viel Spaß, auch wenn mir jeden Nachmittag nach fünf Stunden vor zwei Bildschirmen und anschließender Nachbereitung mit viel Lesestoff der Kopf brummt. All das Wissen will schließlich verdaut werden!

Parallel habe ich natürlich fleißig Bewerbungen geschrieben. Ich hatte einige Einladungen, und meine Fortbildung kam bei meinen Ansprechpartnern gut an – ich erwerbe Wissen, über das in vielen Kommunikationsabteilungen noch Lernbedarf herrscht, scheint es. Im Moment sieht es so aus, dass ich ab dem nächsten Ersten eine neue Stelle habe. Ich freue mich drauf!

Fazit: Vom leisen geistigen Appetit zum komplett neuen Berufsleben binnen zwölf Monaten. Ich würde dazu raten, die Funksignale des eigenen Verstandes ernst zu nehmen und darauf zu reagieren. Intellektuelles Wachstum hält wach und bietet die Chance auf neue Perspektiven!

Rügenwalder Mühle – Würstchen ohne Wurstwasser von Mundstuhl

Uff, da ist mir das Lachen doch glatt im Hals stecken geblieben. Von der Idee her eigentlich witzig, aber Flugzeuge plus Rammstein ergeben für viele Leute in Deutschland immer noch das Unglück aus Ramstein vom 28. August 1988 (für alle u30: http://de.wikipedia.org/wiki/Flugtagungl%C3%BCck_von_Ramstein) mit vielen Toten. Daher verstehe ich auch, dass der Spot nur ein paar Mal im Fernsehen lief. Die Rügenwalder Mühle hat da einfach den Pfad des guten Geschmacks verlassen und das ist nicht nur bei Lebensmittelherstellern schlecht.

Was dahinter steckte? Rügenwalder richtet sich eigentlich eher an Familien, wirbt mit Landidylle und glücklichen Eltern und Kindern oder mit vertrauenswürdigen Mitarbeitern in der Produktion. Vielleicht wollte man einfach mal hip sein und eine jüngere Zielgruppe ansprechen, von der man vermutet, dass sie dem Würstchen ohne Wasser als Snack für unterwegs mehr abgewinnen kann als die typische Familie, die sowieso zu Hause isst. Bei jüngeren Zuschauern funktioniert der Spot ja vielleicht auch, weil die das Flugunglück nicht unbedingt kennen, die Band Rammstein aber schon. Das scheint aber auch nicht so geklappt zu haben, denn so viele Aufrufe gibt es ja nicht.

Fazit: Aus Tragödien besser keine Komödie machen.

Was ich über TUifly herausgefunden habe…

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TUIfly bearbeitet die Kanäle Google+, Facebook und Twitter. Man kann auch Feeds abonnieren. Eigentlich erhalten alle Kanäle die gleichen Inhalte, Facebook wird am intensivsten bestückt.

Wir haben gemeinsam festgestellt, dass die Kampagne im Netz gefloppt ist. Eigentlich lässt sich sagen, dass die Strategie der klassischen Kampagne 1:1 ins Netz übertragen wurde. Das funktioniert aber nun einmal nicht.

Meine fünf bevorzugten Kanäle im Netz

1. Google: ist sicherlich das Tool, das ich am häufigsten nutze, wenn ich irgendetwas suche. Bevorzugt wähle ich aus den Links der organischen Suche, eher selten die Anzeigen. Motto: Immer jemanden fragen, der sich damit auskennt – und Google zeigt mir, wer das ist.

2. Wikipedia: bietet ja zu fast allen Fragen hilfreiche Antworten, daher bin ich auch dort häufiger unterwegs.

3. Twitter: Nutze ich als Nachrichten-Feed. Ich habe mir eine Reihe von Nachrichtenkanälen (z.B. Spiegel, Süddeutsche) abonniert und finde es enorm praktisch. Als Beispiel: https://twitter.com/intent/follow?screen_name=SPIEGELONLINE

4. Xing: Dort bin ich schon seit einigen Jahren, ich halte es als Business-Netz für wirklich nützlich. Allerdings bin ich nicht so regelmäßig aktiv.

5. Facebook: Ich nutze es beruflich schon sehr lange, daher habe ich mich bisher gesträubt, es auch privat zu nutzen…aber ok, ich ändere das jetzt.

6. Pinterest: Habe ich vor einigen Wochen erst für mich persönlich entdeckt. Es gefällt mir, weil ich dort spannende Anregungen für meine Hobbies und Interessen entdecke. https://www.pinterest.com/